Nizhny Tagil - Sochi - Almaty

Der lange Trip begann mit der sehr langen Reise nach Nizhny Tagil, welches in Russland liegt. Die Reise dorthin, war speziell, denn ich habe es noch nie erlebt, dass ich nach einer Reise die am Mittag begonnen hatte direkt zum Frühstück gehen konnte und erst danach ins Bett. Im Hotel dort, erlebte ich sowieso etwas Neues. Wenn man das Wasser laufen liess, schoss einem zuerst eine braune Brühe entgegen, die dann allmählich klar wurde. Wenn man warm Duschen wollte, musste man das Wasser ungefähr 15 Minuten laufen lassen, bis das Wasser einigermassen warm wurde. Egal, an die Umstände muss man sich gewöhnen…

 

Der Wettkampf dann, auf der K 90 Meter Schanze, war für mich super! Ich konnte einen tollen 1. Sprung auf der Schanze zeigen und konnte mich so auf dem 7. Zwischenrang platzieren. Im Finaldurchgang, war ich natürlich schon etwas mehr aufgeregt, denn es waren meine ersten Punkte bei einem Sommer Grand Prix und gleich war ich in den Top Ten nach dem 1. Sprung. Dennoch konnte ich einen weiteren guten Sprung auf die Schanze setzen und so verlor ich nur 2 Ränge und konnte somit mein erstes Top Ten-Resultat als 9. feiern. Der zweite Wettkampf, welcher dann auf der Grossschanze ( K 120 Meter ) stattfand, gelang mir auch nicht schlecht. Im Probesprung war ich sogar 4. und im Wettkampf verpasste ich dann leider bei meinen beiden Sprüngen den Schanzentisch komplett, so dass es für den 28. Rang reichte. Das heisst es gab ein zweites Mal Punkte für mich, die sehr wichtig sind und somit kann ich mit diesem Wochenende und meinen bis dahin 32 Punkten sehr zufrieden sein.

 

Die Reise ging weiter nach Sochi, um nochmals etwas Energie zu tanken und sich nochmals voll zu puschen. Es war beeindruckend, wenn man die Fortschritte der Bauten sah und man will das dann natürlich unbedingt nochmals sehen, wenn alles fertig und „sauber“ ist. Die Sicht vom Boot aus auf Sochi war ebenfalls top und die russischen Spezialitäten die auf den Tisch kamen, waren ebenfalls vorzüglich. Nur am letzten Tag habe ich und 2 meiner Teamkollegen sowie ein Trainer wohl etwas Schlechtes erwischt. So wurde die Reise nach Almaty zum Horror-Trip. Speziell für mich… Ich musste mich unzählige Male übergeben.

 

Doch dann war auch das überstanden und es konnte wieder auf die Schanze gehen. Die Schanze in Almaty ist eine Schanze, bei der man sehr hoch zu fliegen kommt, das war etwas speziell. Es herrschte auch oft Aufwind, was wir Springer natürlich sehr gerne haben. Im ersten der beiden Wettkämpfe dort, qualifizierte ich mich als 17. mit einem „solala“-Sprung für den Final. In diesem Finalsprung, zeigte ich dann vom Gefühl her einen ordentlichen Sprung, doch wie ich dann auf dem Video und auf der Resultatentafel sehen musste, war er das nicht so. Dennoch, Schlussrang 23 kann sich sehen lassen und für mich gilt ja, jeder Punkt ist ein wichtiger Punkt. Am Sonntag dann, konnte ich mich mit einem Sprung auf 126,5 Meter für den Final qualifizieren und lag auf Rang 23 zur Halbzeit. Im zweiten und letzten Sprung konnte ich dann noch meinen besten Sprung zeigen und bin 130 Meter gesprungen. Das hat mich dann immerhin noch 3 Ränge nach vorne gebracht, was heisst, dass es mit Rang 20 noch ein Top 20 Ergebnis gegeben hat.

 

Mit diesen 4 Wettkämpfen kann ich sehr zufrieden sein. Fazit: 4 Wettkämpfe, 4Mal Punkte = Way to go! Nun freue ich mich auf das Sommer Grand Prix Final in Klingenthal.